Networking

Aus Social-Media-ABC
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Networking (dt: Netzwerken) ist der Oberbegriff für den Aufbau und die Pflege von Kontakten und bezieht sich auf alle Lebensbereiche eines Menschen. Der Begriff umfasst sämtliche beruflichen als auch privaten Beziehungen. Eine Unterscheidung zwischen der privaten und beruflichen Ebene kommt in den Begrifflichkeiten allgemeines und zielorientiertes Networking zum Tragen. Die Ziele des Networkings sind veränderbar und können durch interne und externe Faktoren beeinflusst werden, wodurch die Grenzen zwischen allgemeinem und zielorientiertem Networking sehr weich sind und sich in beide Richtungen verändern können.

Ziele

Grundlegendes Ziel des Networkings ist die Errichtung eines Netzes aus Kontakten sowie die Vergrößerung des Geflechts abrufbarer und nützlicher Beziehungen.

Social Networking

Social Networks sind Gemeinschaften innerhalb des Internets[1]. Social Networking bezieht sich damit auf das Kontakte knüpfen und Netzwerken in sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ und Xing. In der Regel tauscht man sich mit Freunden, Bekannten oder sogar Fremden, die die gleichen Interessen vorweisen, digital in einem Netzwerk aus. In dem sogenannten sozialen Netzwerk meldet man sich als Nutzer mit einem Profilbild und persönlichen Informationen, quasi wie ein virtueller Steckbrief, an. Im Vordergrund steht die Vernetzung bzw. das Austauschen von gemeinsamen Interessen durch die Mitglieder der Community[2]. Hier kann der Nutzer neue Kontakte gewinnen oder aber bestehende Beziehungen aufrechterhalten. Social Networking kann für private Zwecke oder aber auch für berufliche Zwecke genutzt werden. Unternehmen können ebenfalls vom Social Networking Gebrauch machen indem Sie sich mit einem Unternehmensprofil in einem sozialen Netzwerk anmelden und entweder direkten Kontakt zu anderen Nutzern aufnehmen oder sich in themenspezifischen Gruppen austauschen. Die Plattformen selbst finanzieren sich durch Werbeeinnahmen Dritter, durch Sponsoren oder (z. B. bei Xing) durch eine monatliche Mitgliedschaft.

Strategien des Social Networking

Die Darstellung eines Unternehmens im Internet sollte nach einer Strategie und mittels einer festen Planung aufgebaut werden. Hierzu ist es notwendig ein Ziel zu definieren, welches man mit dem eigenen Webauftritt erreichen möchte. Es gibt drei grundlegende Ansätze nach denen man vorgehen kann:

Beim proaktiven Ansatz geht der Start der Strategie und die Initiative direkt vom Unternehmen aus. Dieser Ansatz wird angestrebt, um ein Produkt oder ein unternehmensspezifisches Thema im sozialen Netzwerk zu promoten. Dies lässt sich z.B. durch eine Gewinnspiel-Kampagne auf einer Fanseite von Facebook, Twitter etc. erreichen. Es ist hierbei auch möglich die Nutzer direkt in Unternehmensentwicklungen einzubeziehen (z.B. mittels einer Crowdsourcing Community) und damit das Interesse am Produkt zu erhöhen.

Der reaktive Ansatz führt für das Unternehmen über bereits existierende Communities ihrer Kunden. Das Unternehmen sollte dort Hilfe leisten und sich aktiv an Diskussionen beteiligen um sich und seine Produkte positiv in Szene zu setzen. Ziel des reaktiven Ansatzes ist es negativen Schlagzeilen mit einer positiven Reaktion zu begegnen oder diese im besten Fall direkt zu verhindern. Häufig findet die Kommunikation über sogenannte Support-Kanäle statt.

Wichtig bei beiden aktiven Ansätzen ist es, dass die kommunizierende Person als Mitarbeiter des Unternehmens sichtbar und erkennbar ist und dabei glaubwürdig wirkt.

Beim passiven Ansatz stehen hingegen Benchmarking und Monitoring im Mittelpunkt. Durch Beobachten der Bewegungen im sozialen Netzwerk gilt es, die Interessen des Kunden im Blick zu behalten und im richtigen Moment einen proaktiven oder reaktiven Ansatz weiter zu verfolgen.

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Business Networks

Business Networks sind eine Untergruppe der Social Networks. Es sind Plattformen speziell für den geschäftlichen Bereich. Sie dienen nicht nur dem Dialog zwischen den Mitgliedern, sondern auch der Möglichkeit, sich beruflich austauschen, sich zu vernetzen, die eigenen Produkte vorzustellen sowie neue Mitarbeiter zu akquirieren. [5] Dabei kann man auf XING Kontakte zu Unternehmen, Mitarbeitern oder Dienstleistern herstellen.

Im Gegensatz zu den sozialen Netzwerken wie Facebook oder YouTube, in denen der Austausch unter Privatleuten oder zwischen Unternehmen und Endverbrauchern stattfindet, liegt der Fokus der Kommunikation in den Business Networks unter den Unternehmen selbst. Business Networks erzeugen bei den Nutzern durch die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten ein kollektives Bewusstsein und ein Zugehörigkeitsgefühl zum Netzwerk. Weiterhin spielt in den Business Networks der souveräne Umgang mit den Gesprächspartnern sowie eine seriöse Selbstpräsentation eine wichtige Rolle. Gewisse kommunikative Spielregeln und gute Umgangsformen sind bei der Kommunikation in den Business Networks essenziell, denn sie schaffen Akzeptanz und tragen dazu bei, wie andere Mitglieder einen wahrnehmen. [6]

Zu den größten online Business-Network-Plattformen im deutschsprachigen Raum zählt XING. 12,13 Millionen Mitglieder in der DACH-Region nutzten Xing 2016, um ihre geschäftlichen Kontakte zu pflegen, auszubauen und neue zu knüpfen. [7] Das Pendant für die internationalen Geschäftskontakte ist LinkedIn.

Eine Studie zum Thema Networking der Firma Viking [8] zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen nicht netzwerken, obwohl 70% der Netzwerkenden dieses als wichtig bis sehr wichtig für ihre Karriere einstufen. Die drei beliebtesten Arten zu netzwerken, schließt neben Arbeitskonferenzen (33%) und Events (29%) mit Kollegen auch eine Onlineoption mit ein: mit Kontakten auf LinkedIn oder Xing sprechen (32%). Möglicherweise liegt der Unwillen zum Netzwerken auch daran, dass ihm ein negatives Bild anhaftet [9]. Das "Vitamin B" oder "Klüngeln", wie man das Netzwerken auch beschreibt, steht im Verruf, Marktprinzipe auszuhebeln und Intransparenz zu schaffen - nicht der Beste auf dem Markt bekommt den Zuschlag, sondern der Bekannte [10]. Aber gerade durch das "Bekanntsein" kann Vertrauen in Beziehungen reifen, was wiederum positive und effizienzsteigende Konsequenzen hat [11]. Gerade Frauen wird oft nachgesagt, nicht vom Netzwerken zu profitieren, daher gibt es neben den bekannten Business Network Seiten wie Xing und LinkedIn dedizierte Frauennnetzwerke [12].

Nichtsdestotrotz zeigt sich, dass sich Offline- und Online-Netzwerken die Hand geben muss. Online wird viel geplant und vorbereitet, das persönliche Treffen manifestiert dann die Verbindung und spielt im Prozess die etwas wichtigere Rolle [13].

Kritik

Mit der Digitalisierung, dem Aufkommen des Internets und mit den Möglichkeiten des Web2.0 haben soziale Netzwerke einen unglaublichen Boom erfahren, dessen Ausgang kaum absehbar ist. Einher mit diesen technischen Entwicklungen gehen aber auch soziale Veränderungen, z.B. das Nutzungsverhalten. Das, was wir heute mit Social Networking oder sozialen Netzwerken verbinden, ist keine Erfindung durch die technischen Errungenschaften. Soziale Netzwerke bestehen seit Anbeginn der Zeit und werden in verschiedenen Wissenschaften und Theorien thematisiert (Soziologie, Informatik, Kommunikationswissenschaft, Systemtheorie). Das, was sich wirklich verändert, sind nicht die Urbedürfnisse des Menschen (u.a. Aufbau von Beziehungen), sondern die Art und Weise, wie und wofür wir sie nutzen und was wir bereit sind, dafür zu geben. Möchten wir die die Vorteile der neuen Medien nutzen, müssen wir uns daher auch unweigerlich mit den Konsequenzen der technischen Entwicklungen auseinandersetzen (z.B. Datenschutz).

Weblinks

Absolventa: Networking

Wikipedia: Soziales Netzwerk

Wikipedia: Social Networking Services

Crowd Architects: Vom Zuschauer zum Mittelstürmer

t3n: Wie Social-Media-Guidelines Unternehmen und Mitarbeitern helfen können

ifm-business: Führungskompetenzen im business-networking

gruenderszene: business-networking