Social Graph

Aus Social-Media-ABC
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Der Begriff Social Graph beschreibt das Beziehungsgeflecht in Sozialen Netzwerken.

Ein Social Graph drückt aus, wie mehrere Personen oder Objekte zueinander in Beziehung stehen. Die Mitglieder sind sozusagen die Knoten dieses Graphen, die Beziehungen werden durch Linien dargestellt, die die Knoten miteinander verbinden. Die Idee der Darstellung von Verbindungen zwischen Kontakten basiert auf dem Kevin Bacon Game und wurde von dem Harvard Studenten Philippe Bouzaglou im Jahr 2002 entwickelt. Im Kevin Bacon Game wurde damals gezeigt, dass sich Beziehungen zwischen zwei beliebigen Personen auf der Welt über maximal sechs Zwischenkontakte herstellen lassen. Die einfachste Veranschaulichung eines Social Graphs liefert Xing. In dem Netzwerk wird angezeigt, über welche Kontakte man mit einem beliebigen Profil verbunden ist. Der Social Graph ist mittlerweile mehr als nur die Kontakte in den verschiedenen Netzwerken. Er geht fließend über von der virtuellen in die reale Welt und beinhaltet Freunde, Familie, Kollegen usw.

Facebook bezeichnet seinen Social Graph als „Open Graph" und gibt Externen Zugang zu diesen Daten. Das Ziel von Facebook ist es, diesen Social Graph immer weiter auszuweiten, sodass er möglichst viele Menschen und Objekte umfasst. Eine Visualisierung von Paul Butler [1], der selbst bei Facebook arbeitet, zeigt, wie durch die Beziehungen von Facebook-Mitgliedern eine Weltkarte entsteht (Russland und China fehlen allerdings). Er analysierte dafür 10 Millionen Facebook-Paare und brachte sie in Verbindung zur jeweiligen Stadt der Nutzer.

Seit der Einführung des Open Graph 2010 wurde die Analyse der Verbindungen im Netzwerk immer weiter ausgebaut. Sie umfasst mittlerweile nicht mehr nur die Verbindung von Personen sondern auch zwischen Personen und Orten, Events... also im Prinzip zwischen allen "gefällt mir" Angaben, die mit einem Profil verbunden sind. Um die Darstellung des Social Graphs auch für externe Webseiten zu gewährleisten, entwickelte Facebook 2010 die Schnittstelle Open Graph API [2]. Aus der umfassenden Erfassung des Graphs, also der Verbindungen innerhalb des Netzwerks, entwickelte Facebook eine eigene Suche. Im Januar 2013 wurde dieses neue Feature öffentlich zugänglich gemacht. Mit der Open Graph API knüpfte Facebook an eine Entwicklung von Google+ an. Google wollte es NutzerInnen ermöglichen, aus ihren online Aktivitäten und Präferenzen ein Profil zu erstellen, das sie problemlos in ein beliebiges soziales Netzwerk integrieren konnten. Der Erfolg blieb aus und Google stellte die Schnittstelle 2012 wieder ein.

Datenschutz

Die neue Suchfunktion bei Facebook bietet eine interessante Informationsquelle für Unternehmen und deren Vertrieb. Ein Beispiel: Nutzer können alle Nutzer aus einer Stadt suchen, die Fan eines bestimmten Fußballvereines sind. Dabei werden auch Informationen aus der Suchmaschine Bing von Microsoft einbezogen. Dabei kann jeder Suchende ausschließlich das sehen, was andere mit ihm geteilt haben. Ein Fremder findet also nur Informationen, die als "öffentlich" markiert sind. Wer dies nicht möchte, muss seine Privatsphäre-Einstellungen und das eigene Aktivitätenprotokoll überprüfen. Eine Anleitung hierzu findet man unter "Tipps zur Facebook-Suche Graph Search" [[3]](Stand 23.01.2013).

Weblinks