Facefilter-Apps

Aus Social-Media-ABC
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1. Begriffserklärung

Unter dem Begriff Facefilter-App versteht man eine Download-Software vorzugsweise für mobile Endgeräte, mit der durch künstliche Intelligenz Fotos mit wenigen Handgriffen nachbearbeitet werden können.

2. Funktionsweise

Bei diesen Apps handelt es sich um sehr intelligente Filter, die auf maschinellem Lernen basieren. Durch diese Deep-Learning-Technik wird ein künstliches Netz trainiert, das ähnlich den Strukturen des menschlichen Gehirns, auf Grundlage von Bild-Datensätzen Informationen so verarbeitet, dass immer wieder neue Verknüpfungen im Netz entstehen. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass die Facefilter-App mit Hilfe von künstlicher Intelligenz die Gesichtsmerkmale eines Menschen erkennt.

3. Filtervielfalt

Ist das Selfie/Foto erst einmal erstellt, können einzelne Filter ausgewählt werden, mit denen sich z.B. folgende Effekte auswählen lassen:

Nachträgliches Auftragen von MakeUp, Gesicht mit oder ohne Brille, Gesicht mit oder ohne Bart, Zähne aufhellen, Wangenknochen erhöhen, Lippen voller erscheinen lassen, Nase schmälern, Haut weichzeichnen, Haarfarben umwandeln, Augen vergrößern bzw. katzenförmig anlegen, Gesicht mit weiterem Foto tauschen, Gesichtszüge verändern (Lächeln), Augenfarbe ändern, Farbton und -temperatur ändern, Gesicht altern und verformen lassen, hoher Kontrast, schwarz/weiß Darstellung uvm.

Auch witzige Filter wie z.B. Hundeschnauzen, Katzenohren, Blumenkränze, wie sie häufig auf Snapchat oft verwendet werden, sind möglich. Die schier unendliche Auswahl der Filter geht hier weit über Gesichtsveränderungen hinaus und ändert sich täglich.

4. Anwendungsgebiete

Nachbearbeitete Bilder auf Facefilter-Apps haben auf allen Social-Media-Plattformen eine enorme Bedeutung.

Pro Tag werden z.B. auf Instagram 1000 Fotos pro Sekunde von den Nutzern hochgeladen, über den Tag verteilt sind es in etwa 100 Millionen insgesamt.

Snapchat ist mit Sicherheit die Plattform mit der größten Auswahl an Facefiltern. Auch die Kommerzialisierung macht vor den Filtern nicht halt. Der Calvin-Klein-Filter z.B. ermöglicht es, Bekleidungen in Echtzeit an seinem eigenen Körper anzusehen.

5. Gefahren von Face-Apps

Es ist nicht umstritten, dass nachbearbeitete Fotos einen gewissen Druck auf junge Frauen, Influencerinnen, Jugendliche usw. ausüben. Man spricht mittlerweile vom „Instagram Face“, welches unser Schönheitsideal bestimmt. Dies wird selbst vom Algorithmus Instagrams bevorzugt. Die Körperwahrnehmung kann durch solche Fotos gestört werden, man spricht von Selfie- oder Snapchat-Dysmorphia.

6. Beispiele

FaceApp, B612, Snapchat, Cupace 4.8, Face Swap, Sweet Snap Studio, Picsart, YouCam Makeup, YouCam Perfect, PhotoDirector, VSCO, Snapseed, PortraitPro uvm.

7. Links

https://www.welt.de/iconist/beauty/article206747653/Filtergesichter-Wenn-das-Instagram-Face-Realitaet-wird.html

https://www.herazimmermann.com/post/digitale-schönheits-op-der-beauty-filter-wahn-auf-social-media

https://www.stern.de/digital/smartphones/faceapp--was-passiert-eigentlich-mit-meinen-bildern--8804580.html