Open Knowledge Foundation Deutschland

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Der Open Knowledge Foundation e. V. wurde 2011 als Non-Profit-Organisation in Berlin gegründet und ist als gemeinnütziger Verein anerkannt (die bislang vorläufige Bescheinigung datiert vom 6. Juni 2011). Er setzt sich für Veröffentlichung und Verbreitung von offen zugänglichem Wissen ein. Als deutscher Zweig der britischen Open Knowledge Foundation ist er zuständig für zahlreiche Projekte rund um die Themen Open Knowledge und Open Data.

Allgemeines

Der Verein gehört zu den Unterzeichnern des Zehn-Punkte-Programms der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und verpflichtet sich damit zur Transparenz seiner Tätigkeit und der Verwendung seiner Mittel. Entsprechend dieser Selbstverpflichtung wird Rechenschaft über Herkunft und finanzielle Ausgaben abgelegt; des Weiteren werden wichtige Dokumente wie Satzung, Tätigkeitsberichte, Mission Statement etc. online veröffentlicht. Derzeit verfügt der Verein (Stand: Januar 2015) über keinen Großsponsor, sondern finanziert sich im Wesentlichen über Vereinsbeiträge, Spenden sowie Zuwendungen u.a. der Europäischen Kommission und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Ziele

Der Verein strebt an, den uneingeschränkten Zugang zu Wissen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wie Kultur, Wirtschaft, Politik oder Wissenschaft zu fördern. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen die Möglichkeit haben, sich online frei zugänglich Wissen aneignen zu können. Auf der Basis von Grundgesetz und Europäischer Menschenrechtskonvention wird damit das Recht auf Bildung in besonderem Maße gestärkt, denn aufgeklärte und gebildete Bürger können am politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben in verantwortlicher Weise teilhaben, sich eine eigene Meinung bilden und für die demokratischen Rechte einstehen. Als Ergebnis ist ein ökonomischer und gesellschaftlicher Mehrwert zu erwarten, wenn das online erworbene Wissen auch offline im Alltag umgesetzt wird. Der Zugang zu offenem Wissen und offenen Daten (z. B. zu Forschungsergebnissen, Statistiken etc.) ist zudem für Politik, Dienstleistungsgewerbe, Wissenschaft und Kultur zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit besonders von Bedeutung.

Um diese Ziele zu erreichen, stellt der Verein eine Reihe von technischen Hilfsmitteln zur Verfügung, bietet Bildungsveranstaltungen, Projekte und Publikationen an und führt Schulungen in den genannten Bereichen durch. Des Weiteren werden Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit der Nutzung und Förderung des offenen Wissens beschäftigen, und nicht zuletzt wird die Community ausgebaut, die alle Beteiligten mit ihren Aktivitäten und Erfahrungen untereinander vernetzt. Ausführliche Informationen sind dem monatlichen Newsletter zu entnehmen, der auch abonniert werden kann.

Wiki

Für das Zusammentragen von Wissen zum Thema Open Knowledge betreibt die Open Knowledge Foundation Deutschland ein eigenes Wiki, die sogenannte Knowledge Base. Neben der Dokumentation der Arbeitsweise, werden dort auch die Positionen des Vereins dargestellt.

Projekte

FragDenStaat.de

Frag den Staat.de ist ein gemeinnütziges Projekt des Open Knowledge Foundation e. V. Die Plattform wurde von Stefan Wehrmeyer entworfen und umgesetzt, der sie zusammen mit Arne Semsrott weiterhin betreut.

FragDenStaat.de hilft Menschen ihre Rechte wahrzunehmen. Über die Plattform können Anfragen an Behörden in Deutschland nach Informationen und Dokumenten eingereicht werden. FragDenStaat.de leitet diese an die zuständige Behörde weiter. Sobald die offizielle Antwort vorliegt, wird diese per E-Mail an den Fragesteller weiter geleitet und öffentlich gemacht.

Um neben dem Betrieb und der Weiterentwicklung von FragDenStaat.de auch Kampagnen für Informationsfreiheit in Deutschland unternehmen zu können, wird der Verein finanziell durch Spenden unterstützt. Einer der finanziellen Unterstützer ist die Wau-Holland-Stiftung.

Ideelle Unterstützer sind unter anderem Organisationen, wie die Jugendpresse Deutschland e. V., der Transparency International Deutschland e.V., die Reporter ohne Grenzen oder der Chaos Computer Club.


Code for Germany

Code for Germany ist ein Programm des Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. in Partnerschaft mit Code for America. Gestartet wurde das Projekt im Jahr 2014. Es soll dazu anregen, öffentliche Daten auf einfache und übersichtliche Weise Dritten zugänglich zu machen.

Ehrenamtliche Programmierer, Designer, Journalisten und interessierte Laien sollen in sogenannten Open Knowledge Labs (OK Labs) aus offenen Dateien praktische Anwendungen entwickeln, auch im Austausch mit Politikern oder Verwaltungsmitarbeitern. Inzwischen ist das Netzwerk auf 25 Labs angewachsen und umfasst eine Community von über 300 Freiwilligen. Die Projektleitung hat Frau Julia Kloiber.

Vorstand

Der Vorstand des Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. besteht aus 8 Mitgliedern, die über die strategische Ausrichtung des Vereins entscheiden. Hier die aktuellen Mitglieder - Stand April 2016:

Andreas Pawelke ist der Kassenwart. Er ist derzeit als Projektmanager bei der World Wide Web Foundation für Open Data Projekte in Südostasien zuständig. Er absolvierte sein Studium der Politikwissenschaft an der Hertie School of Governance, der TU Darmstadt und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne.

Christian Heise ist ehrenamtlich im Vorstand tätig. Zudem ist er Gründungs- und Vorstandsmitglied im Förderverein für freie Netzwerke e. v.. Als Politologe promovierte er zum Thema Open Science am Centre for Digital Cultures an der Leuphana Universität Lüneburg.

Claudia Schwegmann ist Vorstandsmitglied und Gründerin des OpenAid Projektes. Sie betreibt Lobbyarbeit für offene Daten in der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere für die International Aid Transparency Initiative. Als studierte Politologin und Theologin arbeitet sie unter anderem als Organisationsberaterin.

Daniel Dietrich ist Mitgründer des Open Data Network und der Open Knowledge Foundation Deutschland. Bis Ende 2011 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Berlin im Fachbereich Informatik und Gesellschaft. Zuvor hat er einige Jahre in der IT-Branche als Berater und Projektleiter gearbeitet.

Friedrich Lindenberg programmiert Software zur investigativen Datenanalyse und unterstützt Journalisten bei der Auswertung öffentlicher Informationen. Als Stipendiat der Knight-Stiftung arbeitete er zuletzt für ein Netzwerk von Investigativmedien. Zuvor unterstützte er als Entwickler die britische Open Knowledge Foundation im Aufbau des OpenSpending-Projektes.

Lucy Chambers konzipiert aktuell als Product Owner bei eHealth Africa Produkte, die datengetriebene Entscheidungen im öffentlichen Gesundheitswesen in West-Afrikanischen Ländern fördern. Davor leitete sie das School of Data (Datenschule) Programm bei Open Knowledge International und war Co-Autorin des Data Journalism Handbooks.

Stefan Wehrmeyer ist Datenjournalist beim gemeinnützigen Recherchebüro CORRECT!V. Seit 2009 engagiert er sich für Open Data Nahverkehr und startete 2011 das Informationsfreiheitsportal FragDenStaat.de.

Prof. Dr. Sören Auer leitet den Lehrstuhl Enterprise Information Systems an der Universität Bonn und eine Arbeitsgruppe am Fraunhofer Institut für Analysis und Informationssysteme (IAIS). Er ist zudem Autor von über 100 referierten wissenschaftlichen Publikationen, Organisator vieler wissenschaftlicher Veranstaltungen und für Unternehmen, die Europäische Kommission, das W3C.

Weblinks

Quellen

Homepage des Open Knowledge Foundation Deutschland e. V.

Homepage von FragDenStaat.de

Homepage von Code for Germany